Apple hat die Seiten mit den technischen Spezifikationen seiner neuesten Flaggschiff-Smartphones stillschweigend überarbeitet und damit eine ungewöhnliche Aufteilung bestätigt: Das iPhone 18 Pro wird überall mit dem neuen hauseigenen C2-Mobilfunkmodem ausgeliefert, während das größere iPhone 18 Pro Max den C2 nur außerhalb der Vereinigten Staaten verwendet.

Aufgefallen ist die Änderung Nicolas Lellouche von der französischen Technikseite Numerama, dem die unterschiedliche Formulierung zum Modem zwischen den beiden Pro-Modellen auf Apples eigenen Seiten auffiel. Apple hat die Abweichung nicht erklärt, und das Unternehmen nennt auch nicht die alternative Komponente, die in US-Geräten verbaut ist.

iOS-27-Code deutet auf einen Qualcomm-Chip hin

Hinweise darauf, was in den amerikanischen Geräten steckt, liefert der Leaker @itspdfu, der in den vergangenen Wochen Apples Software-Releases durchforstet hat. Nach Angaben dieses Accounts weist Code in iOS 27 darauf hin, dass die US-Konfiguration des iPhone 18 Pro Max ein Qualcomm-Modem statt Apples C2 trägt.

Das konkrete Qualcomm-Bauteil wurde nicht identifiziert, doch der Snapdragon X85 ist angesichts seiner Position in Qualcomms aktuellem Portfolio der wahrscheinlichste Kandidat. Vergleiche zu Geschwindigkeit und Effizienz der beiden Modems unter realen Bedingungen dürften in den kommenden Wochen aufkommen, sobald die Geräte Käufer und Tester erreichen.

Warum Apple weiterhin bei Qualcomm einkaufen könnte

Jede Erklärung ist derzeit spekulativ, doch es gibt einen naheliegenden vertraglichen Aspekt. 2023 kündigte Qualcomm eine Liefervereinbarung an, die Smartphone-Modems für Apple-Geräte bis 2026 abdeckt. Ein einzelnes Modell mit hohem Absatz in einem einzelnen Markt auf Qualcomm-Silizium zu beschränken, wäre für Apple eine Möglichkeit, diese Verpflichtung zu erfüllen und zugleich das eigene Modem in möglichst vielen Produkten einzusetzen.

Diese Einordnung passt zu Apples größerer Entwicklung. Das Unternehmen ersetzt seit dem Erscheinen des C1-Modems der ersten Generation im iPhone 16e im Februar 2025 methodisch Qualcomm-Bauteile. Der C1X der zweiten Generation folgte im September 2025 im iPhone Air, und der C2 stellt nun die dritte Iteration innerhalb von rund 18 Monaten dar.

Was der C2 ändert

Der C2 ist Apples erstes Modem, das mmWave-5G in den Vereinigten Staaten unterstützt – eine Lücke, die den C1 und C1X ausbremste. Qualcomm-Modems in iPhones beherrschen mmWave bereits seit dem iPhone 12, sodass Apple bei genau dieser Fähigkeit einen langjährigen Rückstand aufholt, statt seinen Zulieferer zu überholen.

Apple gibt an, dass der C2 eine deutlich schnellere Upload-Leistung als der C1X liefert und dabei 15 Prozent weniger Energie verbraucht. Eine geringere Leistungsaufnahme des Modems ist in Smartphones überproportional wichtig, da Mobilfunkfunkmodule im Alltag zu den größten Verbrauchern der Akkukapazität zählen.

Apples faltbares iPhone Duo verwendet den C2-Modem in allen Märkten, was unterstreicht, dass das US-iPhone 18 Pro Max im aktuellen Portfolio die Ausnahme ist und nicht der Beginn eines breiteren Rückzugs.

Spielt das für Käufer eine Rolle?

Für die meisten Kunden dürfte der praktische Unterschied gering ausfallen, und beide Chips unterstützen dieselben zentralen Netzwerktechnologien, einschließlich mmWave in den USA. Dennoch kann die Modemwahl den Signalerhalt bei schwacher Abdeckung, den Upload-Durchsatz und die Akkulaufzeit beeinflussen – alles Faktoren, die sich in der Vergangenheit zwischen Modem-Zulieferern innerhalb derselben iPhone-Generation unterschieden haben.

Wer das größte Pro-Modell in den Vereinigten Staaten kauft, erhält daher Hardware, die sich von der anderswo verkauften Version unterscheidet – eine Situation, die an frühere iPhone-Generationen erinnert, die mit Modems von zwei Anbietern ausgeliefert wurden. Unabhängige Tests werden zeigen, ob die Aufteilung in irgendeiner Richtung einen messbaren Vorteil bringt und ob Apples Silizium der dritten Generation zur etablierten Konkurrenz aufgeschlossen hat, die es zu ersetzen versucht.