Apple hat eine umfassende Neuordnung seiner Dienste in mehr als 100 Ländern angekündigt und integriert Apple TV sowie Apple Arcade ohne zusätzliche Kosten in jeden kostenpflichtigen iCloud+-Tarif. Damit wird iCloud+ in den betroffenen Märkten faktisch von einem Speicherprodukt zu einem Multi-Service-Paket.

Laut Apple umfasst nun selbst der günstigste iCloud+-Tarif mit 50 GB den Zugang zu Apple TV und Apple Arcade. Über die Familienfreigabe lassen sich dieser Speicher sowie der Zugang zu TV und Arcade mit bis zu fünf Personen teilen.

Was das neue iCloud+-Paket beinhaltet

Bestehende iCloud+-Abonnenten in den infrage kommenden Ländern erhalten automatisch Zugang zu Apple TV und Apple Arcade. Wer derzeit Apple TV oder Apple Arcade einzeln, aber nicht iCloud+ abonniert hat, wird auf einen iCloud+-Tarif umgestellt, und das bisherige eigenständige Abo wird gekündigt. Apple erklärt, dass Spielstände und Fortschritte in Arcade beim Übergang erhalten bleiben.

Dabei handelt es sich um mehr als eine zeitlich begrenzte Aktion. Apple bestätigte, dass Apple TV und Apple Arcade in den Ländern, in denen das Paket eingeführt wird, nicht mehr als Einzelabonnements verkauft werden – ein Zeichen für eine dauerhafte Veränderung bei der Zusammenstellung dieser Dienste.

Zudem führt das Unternehmen einen Dienst namens Apple Music Select ein, der werbefreie, von Apple kuratierte Musiksender bietet. Diese Sender sollen iCloud+-Abonnenten dazu bewegen, zu einem vergünstigten Tarif auf das vollständige Apple Music umzusteigen. In seiner Ankündigung für Mosambik nannte Apple 2,79 US-Dollar pro Monat für einen Einzeltarif und 4,49 US-Dollar pro Monat für einen Familientarif.

Apple One wird eingestellt

Eine der bemerkenswertesten Folgen ist die faktische Einstellung von Apple One in diesen Märkten. Neue Kunden können das All-in-One-Paket nicht mehr abonnieren, wobei bestehende Apple-One-Abonnenten ihre aktuellen Tarife behalten können. Der Schritt deutet darauf hin, dass Apple iCloud+ statt Apple One als sein primäres Verbraucherpaket in kleineren und aufstrebenden Märkten positioniert.

„Wir freuen uns, Apple TV und Apple Arcade den iCloud+-Nutzern in über 100 Ländern in einem einzigen bequemen Abonnement anzubieten“, sagte Eddy Cue, Apples Senior Vice President für Services und Health. Er erklärte, Abonnenten könnten persönliche Inhalte geräteübergreifend speichern und teilen, Apple-TV-Originals ansehen und Hunderte Spiele über Apple Arcade entdecken.

Welche Länder einbezogen sind

Die Initiative umfasst mehr als 100 Länder, schließt aber ausdrücklich die USA, Kanada, Australien, das Vereinigte Königreich und die europäischen Märkte aus. Zu den Regionen, in denen das Paket startet, gehören weite Teile Afrikas, der Nahe Osten, Zentralasien, Südasien, die Karibik und der Pazifikraum – mit Ländern wie Indien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Nigeria, Ägypten, Israel, Singapur, Pakistan, der Türkei, der Ukraine und Kenia auf der Liste.

Neben dem Paket wird Apple TV auf 59 neue Länder ausgeweitet. Damit ist der Streamingdienst in 170 Ländern weltweit verfügbar – eine erhebliche Ausweitung seiner Reichweite.

Warum das wichtig ist

Die Änderung senkt die Einstiegshürde für Apples Premium-Dienste in Märkten, in denen die Ausgaben für Abonnements oft geringer und die Preissensibilität höher sind. Indem Apple TV und Arcade ohne Aufpreis an iCloud+ gekoppelt werden, kann Apple das Engagement mit seinen Inhalte- und Spielekatalogen steigern und Nutzer zugleich zum kostenpflichtigen Apple Music bewegen. Zudem vereinfacht Apple sein Abo-Angebot in diesen Regionen, indem es sich auf iCloud+ konzentriert und sich sowohl von eigenständigen Diensten als auch von Apple One abwendet.