Tecnos randloses Konzept-Handy, das erstmals auf der Messe IFA gezeigt wurde, wird nun erneut genau unter die Lupe genommen. Das Gerät basiert auf dem Camon Slim 5G des Unternehmens und demonstriert ein Wrap-around-Displaydesign, das die Ränder rund um den Bildschirm vollständig eliminiert.

Worauf das Konzept basiert

Das Konzept identifiziert sich im Menü "Über das Telefon" als Camon Slim 5G und trägt dieselbe Kern-Hardware wie sein Serienpendant. Dazu gehören ein MediaTek Dimensity 7300e Chip und ein 6.000-mAh-Akku. Mit anderen Worten: Es handelt sich nicht um eine maßgeschneiderte Plattform, sondern um ein bestehendes Handy, das umgebaut wurde, um eine radikale Displaygestaltung zur Schau zu stellen.

Stellt man es neben das standardmäßige Camon Slim 5G, zeigt das Konzept deutliche physische Unterschiede. Es ist dicker als das Serienmodell – ein Kompromiss, der nötig ist, um das zweischichtige Deckglas und den Wrap-around-Bereich unterzubringen, der sich bis auf die Innenseite des Geräts fortsetzt. Das Konzept ist zudem etwas kürzer, und, wie sein gesamter Daseinszweck nahelegt, sind seine Ränder deutlich schmaler.

Ein Machbarkeitsnachweis, kein Produkt

Tecnos Gerät ist ausdrücklich ein Konzept, das heißt, es wird wahrscheinlich nie in den Handel gelangen. Es ist weitgehend funktionsfähig, aber alles andere als ausgereift. Die Einrichtung erwies sich als schwierig, und das Handy setzte sich unaufgefordert selbst zurück, sodass der Einrichtungsvorgang wiederholt werden musste. Auch der SIM-Schacht ist rein kosmetisch, da es auf der Hardware keinen tatsächlichen SIM-Steckplatz gibt.

Diese Ecken und Kanten sind typisch für Konzept-Handys, die Hersteller eher als technische Studien denn als fertige Produkte bauen. Ihr Zweck ist es zu beweisen, dass eine bestimmte Designidee funktionieren kann, und Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wozu eine Marke fähig ist – selbst wenn das Ergebnis nicht kommerziell tragfähig ist.

Warum randlose Designs weiterhin wichtig sind

Randlose Konzepte sind in der Smartphone-Welt selten geworden, was Tecnos Vorstoß zum Teil bemerkenswert macht. Das Design erinnert an frühere Versuche, die Bildschirmränder bis zur nahezu vollständigen Unsichtbarkeit zu verkleinern, am bekanntesten das ursprüngliche Xiaomi Mi Mix, das die Idee eines Displays, das die Vorderseite eines Handys dominiert, mit populär machte.

Ein Handy ganz ohne Ränder in der Hand zu halten, ist ein ungewöhnliches Erlebnis, und genau diese Neuartigkeit ist der Punkt. Konzepte wie dieses erlauben es Herstellern, mit Materialien wie zweischichtigem Deckglas und Wrap-around-Panels zu experimentieren – ohne die Zwänge der Massenproduktion, der Haltbarkeitstests und der Kosten. Einige dieser Ideen finden schließlich ihren Weg in Serienprodukte, während andere einmalige Demonstrationen bleiben.

Vorerst lässt sich das randlose Camon Slim am besten als ein Blick darauf verstehen, was Tecnos Ingenieure bauen können, und nicht als Vorschau auf ein Handy, das Verbraucher kaufen können. Es signalisiert die Richtung, die einige Gerätehersteller noch immer erkunden wollen, auch wenn sich der breitere Markt weitgehend auf schmale, aber sichtbare Ränder eingependelt hat.