Samsung wird sein gesamtes Galaxy-S27-Lineup möglicherweise doch nicht mit dem LPDDR6-Speicher der nächsten Generation ausliefern. Laut einem neuen Bericht des koreanischen Mediums The Bell testet das Unternehmen Microns neuesten LPDDR5X-Speicher für den Einsatz in seinen Einstiegsmodellen – eine Abkehr von früheren Erwartungen, wonach die gesamte Reihe auf den neueren Standard umsteigen würde.
Was der Bericht behauptet
Unter Berufung auf interne Quellen berichtet The Bell, dass Samsung Qualitätstests an Microns LPDDR5X-Chips durchführt, die im 1y-Prozess gefertigt werden. Dieser Node wird als Äquivalent zum 1c-DRAM-Fertigungsprozess von Samsung und SK Hynix beschrieben, was ihn zu den fortschrittlichsten derzeit produzierten Speichern der aktuellen Generation zählt.
Der Haken sind die Kosten. Micron verlangt Berichten zufolge rund 50 % mehr, als Samsungs eigene Device-Solutions-Sparte für vergleichbaren DRAM berechnet. Das liegt deutlich über dem Aufschlag von 20–30 %, den Micron üblicherweise für Speicher einer neuen Generation aufruft. In der Praxis würde Samsung selbst dann, wenn es sich für Microns LPDDR5X entscheidet, mehr zahlen als für die auslaufende Generation – ein Spiegel der branchenweit steigenden RAM-Preise.
Eine mögliche Aufteilung im Lineup
Der Bericht legt nahe, dass Samsung seine Speicherstrategie zwischen den Modellklassen aufteilen könnte. Das höherwertige Galaxy S27 Pro und das Galaxy S27 Ultra könnten weiterhin LPDDR6-Chips der nächsten Generation erhalten, kombiniert mit Qualcomms kommendem Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 Prozessor.
Das Standard-Galaxy S27 und das Plus-Modell hingegen sind die Kandidaten für Microns LPDDR5X-Speicher. Diese beiden Geräte sollen Gerüchten zufolge zudem mit Samsungs hauseigenem Exynos-2700-Chip laufen, der angeblich auf der zweiten Generation des 2-nm-Fertigungsprozesses des Unternehmens basiert.
Frühere Berichte zeichneten ein einfacheres Bild, bei dem die gesamte S27-Familie LPDDR6-Speicher und Qualcomm-Silizium kombinieren sollte. Das jüngste Gerücht deutet auf einen stärker segmentierten Ansatz hin, der wahrscheinlich durch Komponentenpreise und Lieferaspekte getrieben ist.
Warum das wichtig ist
Speichertyp und -geschwindigkeit beeinflussen, wie ein Smartphone Multitasking, KI-Funktionen auf dem Gerät und anhaltende Leistung bewältigt. Eine Lücke zwischen den Basismodellen und dem Pro und Ultra könnte spürbare Unterschiede bei der alltäglichen Reaktionsfreudigkeit bedeuten, insbesondere da immer mehr Rechenaufgaben auf das Gerät selbst verlagert werden.
Steigende RAM-Kosten sind zudem eine wachsende Sorge für Smartphone-Hersteller. Wenn Zulieferer wie Micron weiterhin hohe Aufschläge verlangen, könnten Hersteller vor schwierigen Entscheidungen stehen: den neuesten Speicher im gesamten Lineup einsetzen oder ihn den Flaggschiff-Klassen vorbehalten, um Margen und Preise zu schützen.
Wie bei allen Details vor der Markteinführung bleiben diese Pläne unbestätigt und könnten sich noch ändern, bevor die Galaxy-S27-Reihe offiziell vorgestellt wird. Samsung hat sich öffentlich nicht zu seinen Speicher- oder Chip-Entscheidungen für die kommende Generation geäußert.




