Samsungs Halbleitersparte plant einem Bericht zufolge, die Preise für DRAM- und NAND-Flashspeicher, die sie an Smartphone-Hersteller liefert, um 7 % bis 10 % zu erhöhen. Laut dem koreanischen Medium Sisa Journal e verhandelt die Device-Solutions-Sparte (DS) des Unternehmens bereits über höhere Preise – ein Schritt, der die Herstellungskosten von Handys branchenweit in die Höhe treiben könnte.

Chinesische Marken zuerst, Apple im vierten Quartal

Dem Bericht zufolge stehen chinesische Smartphone-Hersteller ganz vorne in der Reihe, mit bereits laufenden Gesprächen. Apple soll im vierten Quartal 2026 an den Verhandlungstisch zurückgeholt werden. Bemerkenswert ist, dass selbst Samsungs eigene Mobilfunksparte nicht ausgenommen wird, da die DS- und die Device-eXperience-Sparte (DX) des Unternehmens als getrennte Einheiten operieren.

Apple könnte sich als schwieriger Gegenpart erweisen. Im Bericht zitierte Analysten schätzen, dass Apple für seine Handys etwa doppelt so viel NAND kauft wie Samsung und rund dreimal so viel wie Xiaomi. Diese Größenordnung verschafft dem iPhone-Hersteller in jeder Preisverhandlung erheblichen Spielraum.

Warum die Speicherpreise steigen

Der Druck rührt daher, wo die größten Gewinne heute liegen. Samsung erzielt gemeinsam mit den Rivalen SK Hynix und Micron starke Margen mit hochwertigem Speicher wie High Bandwidth Memory (HBM) und Server-DRAM, getrieben von der Nachfrage aus dem KI- und Rechenzentrumsbereich. Infolgedessen lenken die Speicherwerke ihre Kapazitäten auf diese Hochleistungsprodukte statt auf die LPDDR-Chips, auf die Smartphones angewiesen sind.

Dieses Ungleichgewicht hat das Angebot an Mobilspeicher verknappt und die Preise deutlich in die Höhe getrieben. Das Marktforschungsunternehmen Omdia berichtet, dass die Preise für DRAM und NAND seit dem vergangenen Jahr stark gestiegen sind und voraussichtlich weiter steigen werden, wenn auch künftig langsamer. Das Unternehmen prognostiziert, dass die Preise mindestens bis zur ersten Hälfte 2027 erhöht bleiben.

Was es kostet, ein Handy zu bestücken

Die Zahlen von Omdia veranschaulichen, wie schnell die reine Speicherrechnung für ein Handy gewachsen ist. Diese Zahlen spiegeln nur die Kosten für die RAM- und Speicherkomponenten wider, nicht die des fertigen Geräts.

  • 8GB/256GB: rund 35 US-Dollar im dritten Quartal 2025, steigend auf 109 US-Dollar im ersten Quartal 2026, 132 US-Dollar im zweiten Quartal 2026, mit Schätzungen von 140 US-Dollar im dritten Quartal 2026 und 144 US-Dollar im vierten Quartal 2026.
  • 12GB/512GB: rund 60 US-Dollar im dritten Quartal 2025, mit Schätzungen von 202 US-Dollar im dritten Quartal 2026 und 206 US-Dollar im vierten Quartal 2026.

Der Verlauf deutet darauf hin, dass allein der Speicher in einem gut ausgestatteten Flaggschiff mehrmals so viel kosten könnte wie noch vor einem Jahr.

Warum das wichtig ist

Speicher ist eine der bedeutendsten Komponenten in der Stückliste eines Handys, sodass anhaltende Preiserhöhungen die Hersteller in eine schwierige Lage bringen. Sie können die Mehrkosten entweder selbst tragen und geringere Margen akzeptieren oder sie über höhere Ladenpreise oder reduzierten Speicher in Einstiegsmodellen an die Käufer weitergeben. Da Omdia erwartet, dass die erhöhten Preise bis 2027 anhalten, könnten Käufer die Auswirkungen bei kommenden Geräteneuvorstellungen bemerken, insbesondere bei chinesischen Marken, die den Druck als Erste zu spüren bekommen.