Die Oppo Watch X3 ist eine Wear-OS-6-Smartwatch, die die größte Schwäche der Plattform angeht: die Akkulaufzeit. Für rund 300 Euro verspricht sie dank eines Dual-Chip-Designs, das zwischen Leistungs- und Effizienz-Silizium wechselt, bis zu fünf Tage pro Ladung im vollen Smart-Modus.
Design und Verarbeitung
Die Watch X3 nutzt ein Gehäuse aus einer Titanlegierung mit einer Front aus Saphirglas, wiegt ohne Armband 43 g und ist 11 mm dick. Sie ist in zwei Farbvarianten erhältlich, Misty Titanium und Obsidian Black, wobei die Misty-Titanium-Version 12 in die Lünette geschliffene Facetten aufweist, die die Stunden des Tages darstellen. Nach mehr als einem Monat Nutzung zeigte das Testgerät weder am Glas noch am Gehäuse Kratzer.
Die Unterseite besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff statt aus Metall, ein kleiner Rückschritt gegenüber den ansonsten hochwertigen Materialien. Die Uhr ist nach IP68/IP69 und 5ATM wasserdicht und hat 16 Haltbarkeitstests nach MIL-STD-810H bestanden. Sie funktioniert mit standardmäßigen 22-mm-Armbändern, allerdings bietet Oppo derzeit keine offiziellen Ersatzbänder an – eine merkwürdige Auslassung angesichts der zusätzlichen Armbänder, die mit anderen Versionen der Uhr verkauft werden.
Hardware und Akkulaufzeit
Das 1,5 Zoll große LTPO-AMOLED-Display arbeitet mit 466x466 Pixeln und erreicht im Freien eine Spitzenhelligkeit von 1.500 Nits, in Sportmodi bei direkter Sonne sogar bis zu 3.000 Nits. Eine Funktion namens „Splash Touch" hält den Touchscreen auch im nassen Zustand bedienbar.
Das herausragende Merkmal ist die Dual-Chip-Architektur. Ein Qualcomm Snapdragon W5 Gen 1 steuert die Haupt-Wear-OS-Umgebung und die Apps, während ein extrem stromsparender BES2800BP-Chip die Hintergrundüberwachung übernimmt. Dadurch bietet die Uhr einen vollwertigen Smart-Modus sowie einen Energiesparmodus, der Funktionen gegen Ausdauer eintauscht.
Oppo verspricht bei typischer Nutzung bis zu fünf Tage im Smart-Modus. Im Test hielt die Watch X3 bei einem 15 Stunden am Tag laufenden Always-on-Display vier Tage durch; mit ausgeschaltetem AOD erreichte sie 5,5 Tage. Der Energiesparmodus, der allein auf den stromsparenden Chip setzt, verlängerte die Akkulaufzeit auf 15 Tage. Der 646-mAh-Akku wird über einen magnetischen 10-W-Puck geladen – 48 % in 15 Minuten und voll in weniger als einer Stunde –, es gibt jedoch kein kabelloses Laden, und für die höchsten Geschwindigkeiten wird ein Oppo-SuperVOOC-Ladegerät benötigt.
Software und Gesundheitstracking
Mit Wear OS 6 bietet die Uhr Google Maps, Google Wallet und Google Gemini, wobei individuelle Gemini-Aktionen als Ein-Tipp-Kacheln auf dem Startbildschirm verfügbar sind. Besitzer von Oppo-Smartphones mit ColorOS 15 oder höher erhalten Extras wie die Fernsteuerung der Kamera. Als Wear-OS-Gerät funktioniert sie jedoch nicht mit iPhones, und Wear OS fehlen nach wie vor viele Apps für Smart Home, Fluggesellschaften, den Nahverkehr und Fahrdienste.
Die Gesundheitsfunktionen laufen über Oppos Tri-Sense-Sensor und die OHealth-App. Die Uhr bietet EKG, eine 60-sekündige Wellness-Übersicht, Sturzerkennung mit SOS sowie Stresstracking für Geist und Körper, dazu über 100 Sportmodi mit erweiterten Metriken für 11 Aktivitäten. Das Schlaftracking ist eine Schwachstelle, da Metriken wie HRV und SpO2 während des Schlafs fehlen, die Konkurrenten bieten, und die Begleit-App wird als funktional, aber spartanisch beschrieben.
Fazit
Die Watch X3 schafft es, eine mehrtägige Akkulaufzeit zu liefern und dabei das Wear-OS-Erlebnis intakt zu halten. Ihr größtes Hindernis ist die OnePlus Watch 4, die dieselbe Kern-Hardware nutzt, aber oft für unter 240 Euro verkauft wird, wodurch die Titanfacetten und das Dynamic-Link-Armband der Oppo zu einer Frage von Ästhetik und Preis werden. Weitere Alternativen sind die teurere Samsung Galaxy Watch Ultra2 und die ähnlich ausgestattete Xiaomi Watch 5. Für Käufer, die den Titan-Look und die lange Akkulaufzeit schätzen, ist die Watch X3 eine überzeugende, wenn auch hochpreisige Wahl.




