AT&T, Verizon und T-Mobile haben offiziell ein Joint Venture gestartet, das Funklöcher in den gesamten USA reduzieren soll. Die Mobilfunkanbieter hatten im Mai erstmals eine grundsätzliche Vereinbarung angekündigt. Nun nimmt die neue Organisation ihre Arbeit auf, um die Versorgung auf bisher nicht erschlossene Gebiete auszuweiten.

Das Joint Venture soll Kunden außerdem den Zugang zu Satellitenkonnektivität über die teilnehmenden Anbieter erleichtern. Zu den übergeordneten Zielen gehören eine bessere Netzleistung, eine Backup-Verbindung für Notfälle und die nahezu vollständige Beseitigung von Funklöchern im ganzen Land.

Paul Roth zum Interims-CEO ernannt

Paul Roth wird als Interims-CEO des Joint Ventures fungieren, während das Unternehmen nach einem dauerhaften CEO sucht. Roth hatte Führungspositionen bei AT&T, Cingular Wireless und Ameritech inne.

Ein Vorstand aus Vertretern von AT&T, Verizon und T-Mobile wird das Joint Venture beaufsichtigen. Die Mobilfunkanbieter werden ihre Investitionen über die neue Organisation bündeln, gleichzeitig aber einige Konnektivitätsinitiativen unabhängig fortführen und ihre bestehenden Satellitenvereinbarungen beibehalten.

Satellitenkonnektivität steht zunächst im Fokus

Laut der Ankündigung von AT&T wird die Verbesserung des Direct-to-Device-Zugangs zunächst Priorität haben. Die Mobilfunkanbieter erwarten, dass ihre gemeinsamen Anstrengungen die Zahl der Anbieter erhöhen, die Satellitendienste anbieten können. Das soll Verbrauchern mehr Auswahl geben und zusätzlichen Wettbewerb fördern.

Das Joint Venture soll Satellitenunternehmen mehr Möglichkeiten bieten, miteinander zu konkurrieren, zu investieren und zu wachsen. Außerdem wird es mit ländlichen Mobilfunknetzbetreibern zusammenarbeiten, damit diese neue Produkte und Dienste für Kunden in Gebieten anbieten können, in denen die herkömmliche Versorgung weiterhin eingeschränkt ist.

Standardbasierter Ansatz geplant

Die Mobilfunkanbieter erklären, dass sich die Initiative nicht nur auf den Ausbau der Verfügbarkeit konzentrieren soll, sondern auch darauf, wie Satellitennetze für Kunden funktionieren. Ihr erklärtes Ziel ist eine bessere Nutzererfahrung auf Grundlage gemeinsamer Standards.

An dieser Arbeit dürften Betriebssystemanbieter, Entwickler mobiler Apps und Gerätehersteller beteiligt sein. Ein standardbasierter Ansatz könnte dazu beitragen, dass Satellitenfunktionen auf verschiedenen Telefonen, in Apps und über Netzwerke hinweg konsistenter funktionieren. Die Ankündigung nennt jedoch keinen Zeitplan für konkrete Produkte oder Meilensteine bei der Netzabdeckung.

Für Verbraucher könnte das Joint Venture Satellitenkonnektivität langfristig zu einer praktischeren Ausweichlösung machen, wenn terrestrische Netze nicht verfügbar sind. Das wäre besonders in ländlichen Gebieten und während Notfällen relevant, wenn redundante Kommunikationswege den Zugang zu wichtigen Diensten aufrechterhalten können.

Die drei Mobilfunkanbieter werden ihre eigenen Netze weiter betreiben und parallel zum Joint Venture unabhängige Konnektivitätsinitiativen verfolgen. Die Ankündigung lässt außerdem bestehende Partnerschaften mit Satellitenunternehmen bestehen. Das deutet darauf hin, dass die neue Organisation den Markt erweitern und nicht bestehende Vereinbarungen ersetzen soll.