Die Beats 360 sind kabellose Over-Ear-Kopfhörer für das Training. Sie kombinieren eine leichte Bauweise, Spritzwasserschutz nach IPX4 und austauschbare Ohrpolster mit der umfassenden Kompatibilität von Beats mit Apple- und Android-Geräten. Sie bieten mehrere Funktionen, die man von Apples AirPods-Reihe kennt, und kosten mit 350 US-Dollar weniger. Die starke Anpresskraft, die begrenzte Verstellmöglichkeit und das fehlende kabelgebundene Hören verhindern jedoch eine uneingeschränkte Empfehlung.

Design und Haltbarkeit

Die Kopfhörer setzen auf ein zurückhaltendes Design mit einem schlanken Rahmen, großen, mit Schaumstoff gefüllten Ohrpolstern und einem passenden, mit Mesh bezogenen Kopfbügel. Die Ohrpolster lassen sich durch Drehen abnehmen, während der Kopfbügel durch Ziehen vom Rahmen gelöst werden kann. Dadurch lassen sich abgenutzte oder verschmutzte Teile leichter ersetzen, und Besitzer können das Erscheinungsbild der Kopfhörer verändern.

Beats verkauft Ersatzpolster-Sets mit den Optionen Performance Knit aus Stoff und UltraPlush aus Leder. Performance-Knit-Sets sind in Black, Cloud, Sky, Pink, Navy und Volt erhältlich, während UltraPlush in Black und Cloud angeboten wird. Die Kopfhörer selbst gibt es in Black, Cloud, Pink und Sky. Ein vollständiges Ersatz-Set umfasst beide Polster und den Kopfbügel, einzelne Komponenten können also nicht separat gekauft werden.

Die IPX4-Zertifizierung schützt die Beats 360 vor Spritzwasser und Schweiß, gilt jedoch nicht für das Eintauchen in Wasser oder starke Wasserstrahlen. Die Verarbeitungsqualität ist hoch, mit robust wirkenden Kunststoffen und stabilen beweglichen Teilen. Helle Stofffarben können leichter Flecken bekommen, und das Mesh vor dem Lautsprechergitter lässt sich zur Reinigung nicht abnehmen.

Der Tragekomfort bleibt problematisch

Der Tragekomfort ist die größte Schwäche des Designs. Der ausziehbare Kopfbügel bietet auf jeder Seite etwa 3 cm Verstellweg, was für größere oder längere Köpfe möglicherweise nicht ausreicht. Eine vollständige Verlängerung kann zudem die ohnehin hohe Anpresskraft weiter erhöhen.

Die Ohrmuscheln verwenden kein herkömmliches vertikales Gelenk. Stattdessen passt sich das Polstermaterial durch seine Flexibilität dem Winkel des Kopfes an. Dadurch kann ein ungleichmäßiger Druck rund um die Ohren entstehen. Die Stoffpolster sind beim Sport praktisch, weil sie weniger an der Haut haften als Leder. Beim entspannten Musikhören können sie sich jedoch weniger angenehm anfühlen. Die optionalen UltraPlush-Polster sind weicher und komfortabler, beseitigen die grundlegenden Passformprobleme aber nicht.

Funktionen für Apple und Android

Auf Apple-Geräten unterstützen die Beats 360 das Koppeln per Fingertipp, die iCloud-Kopplung, den automatischen Gerätewechsel, Siri im Freisprechmodus, Audio Sharing, Find My und Firmware-Updates im Hintergrund. Android-Nutzer erhalten Fast Pair, den Gerätewechsel, Find Hub, Unterstützung für Sprachassistenten und die Beats-Begleit-App. Diese kann ebenfalls Firmware-Updates durchführen und den Akkustand anzeigen.

Anders als AirPods-Max-Modelle verfügen die Beats 360 nicht über eine Trageerkennung. Beim Abnehmen wird die Wiedergabe daher nicht automatisch pausiert. Außerdem benötigen sie eine physische Einschalttaste. Beats verwendet anstelle eines Apple-Chips der H-Serie einen eigenen proprietären Chip. Das erklärt teilweise, warum einige neuere Apple-Funktionen fehlen.

Audio und Konnektivität

Die Beats 360 verwenden jeweils einen dynamischen Treiber pro Ohrmuschel und unterstützen Bluetooth 5.3 mit den Codecs SBC und AAC. Eine kabelgebundene Nutzung ist nicht möglich. Der Adaptive EQ passt den Klang an die Ohren des Hörers und die Abdichtung der Ohrmuscheln an, funktioniert aber nur bei deaktivierter aktiver Geräuschunterdrückung.

Bei ausgeschaltetem Adaptive EQ bietet die Abstimmung eine moderate Bassanhebung, überwiegend neutrale Mitten und eine weitgehend ausgewogene Darstellung der Höhen. Die stärkere Anhebung im oberen Bassbereich verleiht den Kopfhörern einen wärmeren Charakter als den AirPods Max 2. Insgesamt eignen sich die Beats 360 am besten für Käufer, denen Trainingsfestigkeit, austauschbare Teile und plattformübergreifende Funktionen wichtiger sind als maximaler Komfort oder flexible Verbindungsmöglichkeiten.